Die Wirklichkeit

Mit dem hellwachen Bewusstsein lebt der Mensch in der Gegenwart.

Er erzeugt sein Bewusstsein durch seine innere Aktivität und ist sich bewusst, dass durch sein nicht manipuliertes Denken, das auch ein Fühlen und Wollen ist, die Welt in seinen Vorstellungen zu 100% von ihm erzeugt wird.

Seine Gedanken, Gefühle und Willensimpulse entsprechen ihm und manipulieren ihn nicht.

Er nimmt mit seinen Sinnen die Welt wahr, wie sie einem vom Körper nicht beeinflusstem Selbstbewusstsein entspricht.

Ein anderer Ausdruck für dieses Phänomen ist die menschliche Wahrnehmung mit einem geistigen Bewusstsein.

Diese Welt auf der Erde ist immer bewusstseinsfördernd, weil alles der Bewusstseinsentwicklung dient. Widerstand kann den Menschen brechen oder ihn fördern. Schon Goethe legte dem Mephisto im Faust Folgendes in den Mund:

„Ich bin ein Teil von jener Kraft,
Die Böses will und Gutes schafft.
Ich bin der Geist der stets verneint,
Der Böses will und Gutes meint.“

Der Mensch kann ganz klar unterscheiden, was göttliche Schöpfung ist und was den Menschen sehr schnell in Abhängigkeiten und Zwänge bringen kann. Ich denke an alle Zweischneidigkeiten der technischen Errungenschaften. Am meisten Manipulationsgefahr besteht bei der Elektronik. Der Mensch kann sie in Freiheit nutzen oder ihr verfallen. Er verfällt ihr aber nur, wenn er sich die verschiedenen Zipfelmützen überstülpen lässt, also in sich erstarrt.

Erstarrung bedeutet, sich von Vorurteilen, gängigen Meinungen, seinem Egoismus usw. leiten lassen.

In einem hellwachen, gegenwärtigem Bewusstsein nimmt der Mensch das Schöne und Hässliche, die natürliche und technische Welt auf der Erde wahr, kann aber unterscheiden, was seiner Entwicklung dient und was seinen Bewusstseinszustand vermindern oder sogar auslöschen will.

Die Wünsche fürs Neue Jahr

Wie wir in den letzen Beiträgen gesehen haben, erleben wir mit unseren Sinnesorganen die Wirklichkeit, wenn wir uns selber immer besser erkennen und weiterentwickeln. Dazu müssen wir im Jetzt leben und im Jetzt die Erinnerungen und Zukunftsahnungen unverfälscht betrachten und spüren. Wir dürfen nicht in Wunschwelten in die Vergangenheit oder Zukunft, die sich an der Vergangenheit orientiert, abgleiten und uns dabei vergessen¹.

Da wir zur Welt gehören, nützt uns eine Selbstentwicklung ohne konkrete Folgen in der Welt nichts. Wir können uns nicht dauerhaft aus der Welt zurückziehen und nur auf uns schauen. Diese aufbauende Arbeit kann sich nur in Kooperation mit Anderen gut entfalten.

Das Konzentrieren auf unsere eigene Selbstentwicklung ist nur sinnvoll, um wieder energisch in der Welt eingreifen zu können. Durch die Selbstentwicklung können wir die Wirklichkeit fördern und bauen die vielseitigen Illusionen ab.

Mein Wunsch für das kommende Jahr ist, dass alle, die an ihrer Weiterentwicklung als Individuum arbeiten, durch ihr Wirken in der Welt lebensfördernd handeln mögen. Sie mögen sich finden und gemeinsam mit gebalter Kraft mehr erreichen.

Lasst uns unsere Wünsche so gestalten, dass wir fähig werden, unser Ich – nicht Ego – zu stärken und die Welt mit unserem Ich in Zusammenarbeit mit anderen zu fördern.

¹ Mit der Cyberbrille gelingt dieses Selbstvergessen wunderbar. Man existiert in künstlichen Welten, ohne sich seines Selbsts bewusst zu sein. Man agiert so, wie das Programm es vorgibt und glaubt frei zu sein.

Weihnachten

Einige Gedanken zur Weihnachtszeit

Wie wir in den letzen Beiträgen gesehen haben, leben wir in der Wirklichkeit, wenn wir bewusst den gelben Hut übergestreift haben.

Mit dem gelben Hut – im Jezt – kann der Mensch erleben, dass Christus eine reale Macht ist, die als unser Bruder uns auch im Leid verstehen kann, weil er bei seinem Kreuzestod die schlechtesten Seiten der Menschen am eigenen Leib erfahren hatte. Er kann auch den Sohn Gottes als Vorbild jedes Menschen erfahren, wenn der Mensch nicht von Vorurteilen seiner Kultur oder Religion befangen ist. Auch ein Christ kann so befangen sein, dass er nur den Namen Christus auf den Lippen trägt, aber vom realen Sohn Gottes keine Wirkung zeigt.

An Weihnachten wurde die Grundlage, dass sich der Geist entwickeln kann, der Körper Jesu geboren. Die friedliche Stimmung der Geburt des Jesuskinds steht der Kindermord des Herodes gegenüber. In der Bibel  wird dies bei Matthäus beschrieben.

Es kann auch gesagt werden, dass die Möglichkeit zum Edelsten auch das Niedrigste herbeiruft, um das Edelste ins Unbedeutende zu drücken.

So hat heute – 2016 Jahre nach der Geburt Christi – der Materialismus in versteckterer Form weiterhin seinen äusseren, kulturbestimmenden Einfluss. Es werden zwar unsichtbare Kräfte wie Telefonverbindungen, Gefühle und Gedanken akzeptiert, weil telefonieren funktioniert und Gefühle und Gedanken in den elektromagnetischen Feldern nachgewiesen werden können, aber vom individuellen Geist, der jenseits der elektromagnetischen Felder existiert, reden die Wenigsten. Der Materialismus ist heute nicht mehr nur an die Materie gebunden, sondern wurde um die elektromagnetischen Felder erweitert.

Auch heute wird Gott als Schöpfer der Welt meistens abgelehnt. Stattdessen glaubt man wissenschaftlich an den Urknall, der in sehr langen Zeiträumen mit viel Zufall die Welt erzeugte.

Wenn die geistige Welt (Gott, Engel, Menschen, Schicksal, Freiheit, Liebe, verzeihen …) im Jetzt erlebt wird, wird man häufig als unwissenschaftlicher Träumer bezeichnet.

Der Geburt Jesu folgt aber nach 30 Jahren die Jordantaufe. Gottes Sohn kann sich nun auf der Erde als Mensch verwirklichen.

Verwirklichen heisst nun, wahr machen, dass Offenheit, Positivität, Vorurteilslosigkeit, Menschlichkeit gegenüber Mann und Frau, allen Rassen und Gesellschaftsschichten notwendig zum Überleben der Menschheit ist und gelebt werden kann.

Wir erleben, dass der Leib nicht nur materiell und sterblich ist, sondern einen geistigen Keim hat, der auferstehen kann.

Der Materialismus kann nur die materielle Basis des Menschen auf der Erde erklären, muss aber um den Geist erweitert werden, um das Wort Religion als Wiederverbindung der Materie mit dem Geist ernst zu nehmen.